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Der Austausch der OH-Gruppe des Ethanols gegen ein Br-Atom verläuft in mehreren Teilschritten. Zuerst wird ein Proton dazugegeben. Dieses lagert sich an die OH-Gruppe des Ethanols an, dadurch wird die C-O-Bindung relativ instabil und löst sich schließlich. Übrig bleiben ein positiv geladenes Ethyl-Kation sowie ein Wassermolekül. Das Ethyl-Kation vereinigt sich mit einem Bromid-Ionen, so dass Ethylbromid entsteht.
Diese Reaktion würde auch in Abwesenheit von Protonen ablaufen, allerdings wäre sie dann wesentlich langsamer. Die Protonen beschleunigen die Reaktion also, sie wirken als Katalysator.
Hier könnte man nun einwenden, dass die Protonen bei der Reaktion verbraucht werden. Sie sind dann definitionsgemäß kein Katalysator. Das wollen wir aber einmal genau nachrechnen. Werden die Protonen bei dieser Reaktion tatsächlich verbraucht?
Schauen wir uns zunächst die Reaktion in Abwesenheit von Protonen an:

Das ist also die "einfache" Reaktion. Übrigens verläuft diese Reaktion bimolekular, da zwei Teilchen zusammenstoßen müssen, damites zu diesem Reaktionsschritt kommt: ein Bromidion und ein Ethanolmolekül. Demzufolge sollte die Kinetik dieser Reaktion 2. Ordnung sein.
Betrachten wir nun die Reaktion in Anwesenheit von Protonen:
Die Reaktionsfolge wurde bereits erläutert. Das zugesetzte Proton ist rot markiert. Wie man gut erkennen kann, steht es am Ende auf der rechten Seite der Gleichung. Im Endeffekt also wurde kein Proton verbraucht. Zwar nimmt das Proton an der Reaktion teil, im Endergebnis jedoch tritt es nicht in der Reaktionsgleichung auf. Formal ist die Reaktionsgleichung die selbe wie bei der ersten (einfachen) Reaktion.
Experimentell findet man, dass diese Reaktion die Ordnung 1 hat. Das Ethanolmolekül gibt im ersten Schritt nämlich eine OH-Gruppe ab. Dazu sind noch keine Bromidionen notwendig. Das Proton katalysiert diesen Schritt, indem es den Austritt der OH-Gruppe erleichtert.
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